Schlagwörter

, , , ,

So.

Ab morgen geht´s los. Sophie muss auf die Frühchenintensiv. Und hat einen Heidenrespekt davor. Vor der unangenehmen Erfahrung nach einem Jahr des So-langsam-gut-klar-kommens zu Ich-bin-der-totale-Anfänger-Noob zu wechseln. Es wird bestimmt sehr lehrreich und spannend, aber gruseln tut´s mich trotzdem. Ich hoffe, es wird alles gut.

Bestimmt.

Und zum Abschluss noch ein Schmankerl aus der Ambulanz.

3-jähriger türkischer Junge, schon im Gangstastyle, aber immerhin noch ohne Goldkettchen. Große dunkle Augen hat er und ist ein echt knuffiges Kerlchen – und cool. Vor allem cool, das ist ihm ganz wichtig.

„Er bricht seit gestern.“ erzählt die Mama. Gegeben habe sie noch nichts.

Sophie beguckt den Kleinen. Bauch weich, viele Darmgeräusche, aber in noch gutem Allgemeinzustand. Eine klassische Magen-Darm-Grippe. Nichts für die stationäre Aufnahme, aber was gutes können wir ihm ja dennoch tun.

„Er kriegt dann mal ein Zäpfchen.“ sag ich gleichermaßen zu Mutter und Schwester Anna, die mit mir in der Ambulanz ist.

Beide nicken und Schwester Anna marschiert zum Schrank, um das gewünschte herauszuholen. Klein-Ali guckt interessiert von der Liege aus zu und sagt dann beim Anblick des Zäpfchens triumphierend:

„Das kenn ich. Das ist für meinen Arsch!“

Ich vermeide ganz bewusst den Blickkontakt mit Schwester Anna. Das hätte unweigerlich zum akuten Lachflash geführt. Die Mama guckt ein bißchen peinlich berührt, während Junior sich problemlos das Zäpfchen geben lässt. Ich schreibe noch den Notfallschein und gebe der Mama ein paar letzte Anweisungen für zuhause, während die Klein-Ali wieder anzieht. Jacke zu, Käppi auf (den Schirm natürlich voll cool nach hinten gedreht) und dann marschieren die beiden zur Tür, während wir ihnen hinterher gucken.

An der Tür dreht er sich noch einmal um, die dunklen Augen mit einem glutäugigen Blick mit charmantem Lächeln auf uns gerichtet, winkt er uns mit einer lässigen Handbewegung.

„Ciao Chicas!“

Und weg war er, der kleine Casanova.

 

Advertisements