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Letzten Monat habe ich ein paar Tage in Berlin verbracht und nach der ersten impressionistischen Einlage dachte ich, ich fahre mal mit einer zweiten fort, während mich der gelbe Schein ans Haus fesselt und mich von der Klinik fernhält (by the way… ich vermisse meine Arbeit *schnüff*. Urlaub ist ja was tolles… Zwangsurlaub nicht).

1. Kalt!

Meine Fresse… müssen die Berliner eigentlich den ganzen Winter lang frieren? Nicht falsch verstehen, ich liebe den Winter. Von mir aus könnte man den Sommer abschaffen (nicht den Frühling und den Herbst, aber den ätzenden, brütend warmen, stinkend-durch-schwitzen-Sommer), wenn der Winter dadurch adäquat schneeig ist. Darüber konnte man sich in diesem Jahr ja nicht beklagen – de facto hat es während meines Aufenthalts auch zweimal geschneit. Aber das war nur Matsche und schneller weg, als man gucken konnte. Den Rest der Zeit wehte zusammen mit Nieselregen ein eisig kalter Wind, der eine Stadtbesichtigung recht ungemütlich gestaltet hat. Nächstes Mal komme ich im Frühling wieder.

2. Wenn nicht die Hertha spielt, dann die Eisbären

Überall beschalte Menschen. Meistens hört man sie in den Haltestellen des BVG schon, bevor man sie sieht, während sie in verschiedenen Stadien der Trunkenheit mehr oder minder kreative Lieder gröhlen. Ich mag generell keine Menschenmengen – und betrunkene schon gar nicht. Zum Glück kommen die Bahnen ja schneller als man gucken kann, womit wir zum nächsten Punkt kommen…

3. Der Berliner Nahverkehr

Großer Punkt, weil meine Hauptbeschäftigung, darum  mag ich ihn nett in verschiedene Unterpunkte unterteilen.

3a. Wow

Ich komm ja aus einer gar nicht mal so kleinen Stadt, aber die Häufigkeit, mit der die S- und U-Bahnen in Berlin verkehren ist ja geradezu himmlisch. Ich liebe es! Kaum noch sinnlose Warterei, man steht kaum, da ist es schon wieder soweit. Ob man das dem hiesigen Nahverkehr auch beibringen konnte? Ich fürchte allerdings dann doch eher nicht (*denkt an diesen Sparkasse-Werbespot… was brauchen sie dazu?*).

3b. Geruchslehre

Nach 3 Tagen Berlin gab es einen Geruch, den erkannte ich dann schon beim Reingehen auf 5 m genau. Irgendwie haben die meisten Obdachlosen denselben Geruch,  eine Mischung, die ich gar nicht genau definieren kann (und mag?). Alkohol, Schmutz, Schweiß und nasse Hundehaare sind aber eigentlich so gut wie immer dabei.

3c. Kontrolliererei

Einmal ist mir das passiert. Nichtsahnend saß ich gemütlich in der S-Bahn, da springen 3 Menschen herein, die eigentlich eher aussehen, als kämen sie geradewegs von der Uni. Die Türen gehen zu, da reißen sie irgendeinen Ausweis aus der Tasche und rennen gröhlend mit der Bitte – nennen wir es eher Befehl – um das Vorzeigen der Fahrausweise durch den Zug. Da hab ich ja fast Angst gehabt. Andererseits haben sie es tatsächlich geschafft bis zur nächsten Haltestelle den gesamten Wagon zu kontrollieren. Das schaffen die hiesigen „Kundenbetreuuer“ noch nicht einmal im Ansatz.

3d. Mein persönliches Schockerlebnis

Wie das so ist in fremden Städten, man weiß nicht immer so ganz genau, ob die Bahn, die da gerade einfährt auch die richtige ist. Ich guck dann immer lieber nochmal auf den Fahrplan – nicht, dass ich in der großen, weiten Welt verloren gehe. So auch dieses Mal und siehe da, es war die richtige. Also denkt sich die Sophie, dass man da ja schnell noch hineinhüpfen kann. Sportlich wie ein Panther also hechte ich zum Zug, während die Türen schon wild piepen und sich zu schließen beginnen, springe elfengleich durch den zugehenden Spalt – und bin drin. Heldenhaft!

Leider ist mein Rucksack noch draußen.

Bei uns gehen dann in so einem Fall die Türen wieder auf – in Berlin nicht. Also stehe ich da in der hochnotpeinlichen Lage, dass die Tür halb offen steht, mein Rucksack dazwischen und ich mich nicht umdrehen kann, um ihn daraus zu befreien. Unter amüsiertem Gegrinse der übrigen Fahrgäste war dann ein netter junger Mann dazu bereit mich aus meiner misslichen Lage zu befreien. Danach war ich nicht mehr so heldenhaft.

4. Neue Abenteuer

Sophie ist von Natur aus ein äußerst neugieriger Mensch. Ich habe das permanente Gefühl, ich könnte eine großartige Erfahrung verpassen, wenn ich nicht so viel wie möglich ausprobiere. So ich also an diesem putzigen indischen Restaurant am Alex vorbeikam, fand ich, dass man in so einer Weltmetropole wie Berlin doch auch indisch essen könnte.

Ein nett lächelnder indischer Kellner brachte mir neben der Karte auch 3 hübsche Tonschälchen zusammen mit diesem unsagbar leckeren Nan-Brot und während ich die Speisekarte studierte, genehmigte ich mir ein Stückchen mit dieser hübsch aussehenden grünen Sauce (ich liebe grün!).

Das war ein Fehler.

Einen Moment später hätte ich gern Feuer gespieen, sofern meine Anatomie das zugelassen hätte, aber so blieb nur übrig verräterisch meine Gesichtsfarbe von bleich auf rot wechseln zu lassen und zu versuchen unter dem amüsierten Blick des Kellners so zu tun, als stünden keine Schweißperlen auf meiner Stirn, während ich hektisch nach meiner Apfelschorle winkte. Scharf, scharf, scharf!

Ich könnte schwören, der Mistkerl hat sich extra Zeit gelassen.

Das restliche Essen war super (Hühnchen mit Mango *mjam*), aber grüne Saucen –> vorsichtig sein.

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