Schlagwörter

,

Ich läster ja manchmal (öfter?). Ich habe ein wenig überlegt, woran das wohl liegen mag und ich glaube aus dem Grund, aus dem uns alles negative länger im Kopf bleibt – weil es nicht normal ist.

Obwohl mir das mit zunehmender Berufserfahrung auch immer unwahrer erscheint, aber egal.

Aufhänger für diesen Beitrag ist eine Mama, die ich im letzten Dienst sehr beeindruckend fand, dabei war´s eigentlich nicht so besonders spektakulär. Leider habe ich es in der letzten Zeit häufiger andersrum erlebt und wohlmöglich ist das die Ursache für meine außergewöhnliche Begeisterung.

Was war geschehen? Sie hat mit ihrem Kind inhaliert.

Ich sehe förmlich die irritierten Blicke vor mir, aber ich schwöre, so war´s. Ihr Kind hat geschrieen wie am Spieß, weil es wenig bis keine Lust hatte auf eine blöde Maske und den noch blöderen Dampf, der da raus kam und den Leuchtsensor am Fuß fand es noch bescheuerter und hat mit aller Macht versucht ihn abzureißen.

Die Mutter hat sich das Kind geschnappt, die Arme festgehalten und ihm in aller Seelenruhe die Maske vor das Gesicht gehalten.

Ich hätte sie knutschen können! Okay, das hab ich dann gelassen, aber ich habe ihr meine Begeisterung in Worten mitgeteilt, was sie zu gleichermaßen erfreuten wie ebenfalls irritierten Blicken motivierte.

Aber es ist so schön zu sehen, wie Eltern sich einfach durchsetzen. Wie sie dem Kind darin auch Sicherheit geben – Mama wird schon wissen, was gut ist. Wie sie sich nicht von einem zweieinhalb-Jährigen terrorisieren lassen, der überhaupt nicht erkennen kann, dass das Inhalieren die Lösung für seine aktuellen Probleme ist.

Es gibt so unglaublich tolle Mütter – die, die ihren Sohn mit Brechdurchfall bringen, völlig entspannt, ihr Zäpfchen mitnehmen und gehen und ich mir hundertprozentig sicher bin, dass sie das damit zuhause hinbekommen. Die knuffigen Väter, die mit ihrer Tochter getobt haben und nun betreten die Beule an der Stirn des Kindes vorzeigen und einfach nur die Sicherheit haben möchten, dass alles in Ordnung ist. Die Eltern, die völliges Verständnis dafür haben, dass eine Blutabnahme manchmal unabdingbar ist, die ihr Kind dabei allein durch ihre Präsenz trösten und sich auch nicht aus der Ruhe bringen lassen, wenn das Kleine schreit oder mal etwas nicht auf Anhieb funktioniert.

An alle diese meine liebsten Eltern – macht bitte, bitte weiter so! Wenn nachts um 3 das nächste Ohrenschmerzkind in die Ambulanz kommt und die Eltern verständnislos gucken, wenn man sie fragt, ob sie einfach mal was dagegen gegeben haben – dann werd ich an euch denken – und geduldig weitermachen.

Advertisements