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Dieses kribbelige Gefühl in der Magengegend, die gespannte Aufregung vor dem, was da kommen möge und die Angst, es möge nicht so schlimm werden, wie man es sich in seinen schlimmsten Träumen ausmalt…

Das ist der 1. Dienst.

Ich gebe zu, ich war schon ziemlich gegruselt. In der Nacht davor habe ich schon schlecht geschlafen und malte mir in schwärzesten Farben aus, was alles passieren würde. Zeckenangriffe im Winter, eine Meningokokken-Meningitis, ein nicht atmender Säugling, ein halb sterbendes Kind – an dessen Tod am Ende selbstverständlich ich Schuld sein würde.

Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt und weil ich recht viel davon besitze, gab es in meiner Vorstellung vielerlei exotische Krankheitsbilder zu bestaunen und Todesfälle zu bedauern.

Irgendwie ist es tatsächlich wie mit dem Sex – man macht sich unglaublich viele Gedanken, plant, überlegt und hat eine immense Erwartungshaltung… und am Ende ist es unglaublich unspektakulär.

Tatsächlich war mein erster Dienst geradezu erfreulich langweilig. 5 Kinder in der Ambulanz (ich glaube, das ist der absolute Negativrekord in diesem Monat), ein simpler Fieberkrampf zur Aufnahme und nach dem letzten Kind um 1 Uhr, bei dem der Vater sich sorgenvoll darüber beklagte, dass es seit einer Stunde einmalig erbrochen hätte, war´s das dann auch.

Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich hervorragend nahezu 7 Stunden schlafen können – de facto waren es maximal 3. Es schläft sich halt doch schlecht, wenn man unter halbgeschlossenem Lid unablässig das Telefon des Grauens hypnotisiert auf dass es diese Nacht nicht mehr klingeln würde.

In der Hoffnung, dass es erotisch weiter gehen möge – je öfter, desto besser 🙂

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