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Wie, das kennt ihr nicht?

Inspiriert von Schwester Trauma, Dr. Geldgier und Medizynicus, folgende Begebenheit vor gar nicht allzu langer Zeit in der Ambulanz. Zwar ohne Spritze, aber demselben Prinzip folgend.

Mittwoch nachmittag, nur eine halbe Stunde nach Praxisschluss der niedergelassenen Kinderärzte. Mutter kommt mit ihrem 5-jährigen Sohn in die Ambulanz. Die entnervende Frage mit der noch entnervenderen Begründung, warum man denn nicht zum Kinderarzt gegangen wäre, erspare ich dem Leser an dieser Stelle lieber.

Sohn hustet ein bißchen, die Nase läuft ihm und ein bißchen fiebrig scheint er. Ein ganz normaler Virusschnupfen.

Sternenmond gibt der Mutter die Hand: „Guten Tag, Frau Schmidt. Wie lang geht das denn schon so bei ihm?“

Mutter: „Schon seit Montag!“

Sternenmond: „Das ist ja noch nicht so dramatisch. Ich schau ihn mir mal an *will sich zu dem Kind herunter beugen*.

Mutter *beugt sich auch vor und zieht ihren Sohn an den Schultern zurück*: „Verordnen sie denn jetzt endlich mal ein Antibiotika?“

Es ist schon seltsam. Eigentlich sollten die Menschen doch zufrieden sein, wenn man sie darüber aufklärt, dass ein banaler Virusinfekt auch ohne Chemie nach ein paar Tagen Geschichte ist. Aber aus einem mir unerfindlichen Grund wollen sie alle Antibiotika.

Ich glaube ein wenig, aus irgendeinem Grund haben sie sonst das Gefühl gar nicht richtig krank zu sein, wenn man sie ohne ein „richtiges“ Medikament nach Hause schickt. Wenn sie nicht stolz mit der Schachtel winken können. Und um den Kreis zu schließen, vielleicht ist es daselbe, wenn man mit stolzgeschwellter Brust behaupten kann, man hätte die Spritze in den Rücken auch noch überlebt.

Was ist schon eine Pille gegen eine Spritze mit einer langen Nadel?

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