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Wir waren´s alle mal, mehr oder weniger freiwillig – meistens eher weniger. Von der Studienordnung verdonnert zu 1-2 wöchigen Blockpraktika, in denen man etwas vom praktischen Klinikalltag verschiedener Abteilungen lernen soll.

Theoretisch.

Praktisch sieht das dann so aus, dass man beschäftigungslos über die Flure lungert, weil niemand Zeit und Lust hat sich mit einem zu beschäftigen, in chirurgischen Fächern dumm im OP herumsteht und hofft, dass es nicht gerade eine 6-stündige Whipple-Op ist, bei der man zugucken soll und dann gegen Mittag still und heimlich verschwindet, weil man seine Zeit auch sinnvoller und besser verbringen kann.

Als Blockpraktikant fühlt man sich nutzlos und wenn man dann unverhofft irgendwie doch integriert wird, dann freut man sich die Bohne. Eigentlich.

Unser Blockpraktikant, den ich im PJ in der Inneren erleben durfte, der war – anders.

Visitenzeit. Visite ist immer cool, weil man was lernen kann. Zumindest, wenn der Assistent willig ist und Wieland war lieb und immer willig sein Wissen zu teilen. Vormittags um 10 bauen sich Sternenmond und Wieland also um das Visitenwägelchen auf und beginnen über den Flur zu fahren, den Blockpraktikanten im Schlepptau (im weiteren nur noch BP genannt).

BP schaut in der Gegend herum, wie er das immer so macht, als hätten die Kekse aus seinem Rucksack noch einen anderen Inhalt außer Mehl, Butter und Zucker. Zwischendurch fragt er dann auch was und wir bemühen uns ihm alles zu beantworten (und ich stelle fest, wie selbstverständlich Wissen doch wird – meine Güte, war ich im 9. Semester auch noch so doof? – aber man versicherte mir nein^^).

Die Visite ist halb rum, da streckt sich BP auf einmal und sagt dann:

„Ihr, ich hab voll Schmacht, wollt ihr auch was? Ich geh ma inne Cafete.“

Wieland und ich gucken uns wortlos an und schütteln dann den Kopf. BP allerdings ist völlig schmerzfrei und hat auch überhaupt keine Vorstellung davon, dass man sowas einfach nicht macht. Also geht er hoch und kauft sich ein Brötchen – während wir die Visite zuende machen.

Gegessen hat er es natürlich auch. Und einen Kaffee aus dem Schwesternzimmer dazu getrunken, ehe er dann gemächlich zu seinem Seminar gestiefelt ist.

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