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Ein kurzer Zwischenstand.

Heute gab´s den Prüfungspatienten zum Befragen und zum Untersuchen. Mein eigentlicher Patient hatte über Nacht Zahnschmerzen und eine dicke Wange bekommen, also war er nicht da – sondern beim Zahnarzt.

Nachdem der Oberarzt und ich uns auf eine halbe Wartestunde geeinigt hatten, war der Patient am Ende dann natürlich immer noch nicht da… und ich noch nervöser als vorher.

Der Ersatzpatient hatte es dann in sich – dilatative Kardiomyopathie, Vorhofflimmern, eine frustrane CRT-Anlage – und eine Anamnese, die im Nachkriegsdeutschland beginnt. Meine Anamnese fand ich selber absolut mies – aber was soll man von einem Patienten verlangen? Ich wüsste auch nicht mehr, was ich vor 35 Jahren gemacht hätte, ob ich da noch zwei oder doch drei Stockwerke hochgekommen bin und ob meine Luftnot nun inspiratorisch oder doch exspiratorisch war.

Leider ist unser Chef ein absoluter Anamnesenpedant und ich werde das dumme, dumme Gefühl nicht los, dass ihm „Luftnot zunächst nur unter Belastung, dann auch in Ruhe“ nicht ausreicht. Also werde ich morgen früh nochmal versuchen ein paar weitere Infos aus meinem  Patienten herauszuholen – ich wette nur, er hat sich dann immer schön geschont oder war aus anderen körperlichen Gründen nicht zu Anstrengungen in der Lage, so dass sich an seiner Luftnot über 30 Jahre hin scheinbar nichts geändert hat *seufz*.

Ich glaube, morgen wird´s richtig scheiße. Und jetzt geh ich mir nochmal was über CRT und Schrittmacher angucken.

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