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Herr L. ist heute gestorben.

Vor vier Wochen hat er einen Schlaganfall bekommen, den er aber eigentlich recht gut verpackt hat. Er war schon wieder gute Dinge in der Reha-Klinik, erzählte stolz, dass er Fahrrad gefahren war und scherzte mit den Schwestern. Ich habe ihn noch besucht und wir haben ein wunderbares, sehr ernsthaftes Gespräch geführt.

Einen Tag später ist sein Herz stehen geblieben und weil zufällig jemand dort war hat man ihn wiederbeleben können. Seinen Körper… während seine Seele schon fort war. Er ist nicht mehr wachgeworden, während sein geschwächter Körper einen letzten Kampf gegen das kaputte Herz und die Bakterien kämpfte und heute – endlich – verlor.

Der Tod kann eine Erlösung sein, sagte ich das schon?

Herr L. war ein wunderbarer Mensch, ein fürsorglicher Ehemann, ein fürsorglicher Vater und ein liebevoller Opa. Ein Mensch mit vielen Freunden und noch mehr Bekannten, jemand, der immer mit Optimismus in die Zukunft blickte, auch wenn es dafür nüchtern betrachtet wenig Anlass gab. Ein Mensch, auf den man sich immer verlassen konnte, der für seine Familie da war, wenn man ihn brauchte. Jemand, der das Leben liebte und die Jagd. Ein Mensch voller Macken und ein begeisterter Sänger, wenn auch eher im heimischen Wohnzimmer. Ein Marzipanliebhaber und Maggifetischist.

Ein Großvater, der immer sehen wollte, dass seine Enkelin das Medizinstudium beendet und Ärztin wird und dem es nun – auf der Zielgeraden – doch nicht mehr gelang.

In meinem Herzen wirst du immer einen Platz besitzen.

Ich hab dich lieb – Opa.

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