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Für Benedicta 🙂

Ich mag… den Geruch nach Babybrei und Milchpulver, wenn die Tür zur Kinderstation aufgeht.

Ich mag es, Patienten in den Arm zu nehmen, wenn sie weinen.

Ich mag es, sie vollzureden mit Fragen nach ihren Kindern, Enkeln, Ehepartnern, so dass sie gar nicht merken, wenn die Nadel in ihre Hand piekst.

Ich mag den Geruch nach frischem Kaffee, wenn ich morgens müde auf die Station komme.

Ich mag es, ihn zu trinken, mit Schwestern oder Kollegen oder wer auch immer da ist und ein paar Minuten vom Tag zu klauen.

Ich mag es, wenn ein Baby lächelt.

Ich mag es, fünf Minuten am Bett zu sitzen und mir die Geschichten über den Krieg und die gute alte Zeit zum zehnten Mal anzuhören, weil Frau L. dann lacht und für einen Moment vergisst, dass sie im Krankenhaus ist.

Ich mag es zu sehen, wie ein frischgebackener Papa sein frühgeborenes Kind auf der Kinderintensiv auf der nackten Brust kuschelt.

Ich mag es, Frau H. endlich sagen zu können, dass sie nach Hause zu ihrer Familie darf.

Ich mag es, mit den Schwestern im Stationszimmer zu sitzen und mir Luft über den unsäglichen Patienten auf Zimmer 12 machen zu können – damit ich danach wieder lächelnd und freundlich zurück ins Zimmer gehen kann.

Ich mag den Geruch von Sterilium (aber nicht von Virugard).

Ich mag, wenn die Schlafenden nach der Narkose zum ersten Mal die Augen aufmachen und man ihnen sagen kann, dass alles gut gegangen ist.

Ich mag das Rascheln der OP-Tücher und die OP-Hauben, die keine Streifen auf der Stirn machen (die Frisur ruinieren sie doch alle).

Ich mag das Hallen meiner Schuhe auf stillen Krankenhausfluren um Mitternacht.

Ich mag es, wenn ich nach Hause gehen kann. Und ich wieder zurückkomme.

Vielleicht darf ich das noch nicht sagen – aber ich mag meinen Job 🙂

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