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Hatte ich es schon erwähnt? Freitag war mein letzter Tag und als ich das Krankenhaus verließ, war meine Zeit als PJler endgültig Geschichte.

Ein bisschen nostalgisch bin ich schon.

Ich habe einen Haufen netter Leute kennen gelernt aus vier verschiedenen Abteilungen des Hauses. Ich habe viel erlebt, viel gesehen und am Ende auch viel gelernt. Erfahrungen gesammelt, die mir beim Berufsanfang hoffentlich den Start erleichtern werden. Es gibt viel, das ich vermissen werde.

Kaffee trinken mit Schwester A. und Schwester B. auf der Pulmologie mit fachmännischen Diskussionen über das neueste Norwegerpullistrickmuster. Den Geruch von Babypuder und die freundliche Begrüßung von Stationsschwester N. aus dem Säuglingszimmer. Das hektische Gewerkel der Gynäkologen bei der Sectio und dem Schreien des Babys, das irgendwie dann doch immer folgte. Den monologartigen Vorträgen von Oberarzt P. über Wein und die französische Lebensart in Saal 5, während Blut und Knochensplitter durch die Luft fliegen. Gemeinsames Frühstücken vor der Visite auf der Kinderstation. Das Schleichen aus der chirurgischen Ambulanz am Wartezimmer vorbei zur obligatorischen Raucherpause (obwohl ich nicht rauche) mit Assistenzärztin N. oder wahlweise auch mit Assistenzarzt O. Die späten Besuche von Oberarzt W. auf Station, die er mir aber auch einmal damit vergütete, dass er mich mit dem Auto fast bis nach Hause mitnahm und mir so einen Weg von 40 Minuten ersparte. Die nette Omi, die mich im Probeexamen unbedingt unterstützen wollte und redete wie ein Wasserfall, während der Chef feixend daneben stand und darauf wartete, dass ich ihrem Redefluss Einhalt gebot.

Nach 10 ½ Monaten geht ein großer Abschnitt zu ende und auch irgendwie mein 6 Jahre währendes Studentendasein. Und während mich nun die ekelhafte Lernerei fürs Staatsexamen erwartet und ich langsam aber sicher beginne meine Bewerbungen zu schreiben, weiß ich, dass es auch woanders nette Leute gibt.

Aber diese erste, richtige Station auf meinem Weg zum Arzt sein wird mir immer ganz besonders im Gedächtnis bleiben.

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