Schlagwörter

, , ,

Herr M. ist ziemlich arm dran. Neben einer neurologischen Erkrankung, die ihn an den Rollstuhl fesselt, hat er auch noch Lungenkrebs. Das haben wir im Laufe der Woche festgestellt und nun hat Oberarzt in Begleitung von Wieland und Sternenmond die undankbare Aufgabe das Herrn M. auch möglichst schonend beizubringen.

Herr M. ist jemand, den man nur bewundern kann. Trotz allem hat er immer ein Lächeln auf den Lippen, egal, wie schlecht es ihm gerade geht. So auch an dem Nachmittag, an dem eine Dreierkolonne weißer Kittel in sein Zimmer marschiert und mit ihm reden möchte.

Im Zimmer liegt noch ein Patient. Das ist der Herr T.. Herr T. hat ein kaputtes Herz, aber das hindert ihn keinesfalls daran, jeden Tag seine fünf Püllecken Bier zu trinken. Das in Kombination mit dem warmen Wetter hat ihn drei Tage nach seiner letzten Entlassung wieder zu uns geführt und er sitzt schon mit gepackten Taschen auf dem Bett, weil er keine Lust mehr hat bei uns zu bleiben. Das kennt er doch alles schon.

Oberarzt setzt sich also zu Herrn M. aufs Bett und beginnt ihm vorsichtig mitzuteilen, was wir gefunden haben. Wirklich vorsichtig, denn im Gegensatz zu Oberarzt aus der Chirurgie hat dieser hier durchaus empathisches Talent und will vor allem auch nett zu den Patienten sein.

„…und leider sehen wir gerade im Zusammenhang mit ihrer anderen Erkrankungen große Schwierigkeiten, was eine Chemotherapie angeht. Es sieht also nicht sehr gut aus…“

Im selben Moment klingelt das Handy von Herrn T., ziemlich laut, weil er schlecht hört, und die wohlbekannte Melodie, die es spielt, ist diese hier:

*klingeling*

Wieland und Sternenmond müssen losprusten. Es ist zwar unpassend und doof, aber es geht nicht anders. Wie Oberarzt es schafft ernst zu bleiben – es muss wohl an seinem gesetzten Alter und der größeren Erfahrung liegen.

Herr M. guckt zu uns hoch und grinst überaus amüsiert, während Herr T. peinlich berührt das Zimmer verlässt.

Bewundernswert, wenn man selbst dann noch lachen kann 🙂

Advertisements