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…oder auch: Warum definiere ich mich über die Farbe einer Viggo?

„Was? Ne Rosa? Sowas leg ich nem Kind. Mindestens ne grüne muss da rein, Mädchen.“

So oder so ähnlich formulierte der Rettungsassistent (dieses mal aber richtig 😉 ) vom Tisch aus an besagtem Dienst aus dem letzten Post seinen Anspruch an mich, nachdem der Notarzt und er selbst natürlich keine gelegt hatten und ich mich daran machte diesen Lapsus zu beheben. Nur ein Beispiel, aber erlebt habe ich das schon öfter.

Liebe Rettungsassistenten, ich frage mich schon länger: Warum?

Sicher, wenn da jemand auf der Liege liegt, der literweise Blut verliert oder eine alte Omi, die total exsikkiert aus dem Heim kommt – sprich, da ist jemand, der warum auch immer absehbar Volumen benötigt – ist die Sache klar. Dann versuche ich auch mein Bestes einen möglichst großen Zugang da rein zu prügeln. Aber warum muss das immer so sein? Und warum sinke ich gleich in eurer Achtung, wenn ich beim Farbenspiel des Viggo-Wettbewerbs nicht mit machen will?

Aus eigener Erfahrung muss ich sagen, es tut mehr weh, eine grüne gelegt zu bekommen als eine rosa. Wenn der Patient doch aber nun zweimal am Tag sein Fläschen Antibiose über diesen Zugang bekommt und sonst liegt der da nur so rum – warum um Himmels willen muss es dann unbedingt mindestens die grüne sein (und ich bin durchaus in der Lage auch grüne Zugänge zu legen)?

Bin ich sonst unmännlich? Oder kein ganzer Kerl? Davon abgesehen, dass ich weiblich bin.

Die 16-jährige Patientin war niemand, die einen Riesenzugang gebraucht hätte, wenigstens in dieser Situation nicht mehr (im Rettungswagen wäre das sicher was anderes gewesen). Wenn dann so markige Sprüche kommen wie: „Was denn? Im OP kriegen die doch alle mindestens ne orangene?“ dann kann ich nur noch den Kopf schütteln. Denn zumindest bei uns gibt es dann entweder eine grüne oder eine weiße oder gleich den ZVK.

Vielleicht muss man selbst fahren, um das zu verstehen… oder ein ganzer Kerl sein 😉

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