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Intensivstation. Wo ebenfalls der Wahnsinn schon lange Einzug gehalten hat.

Ein älterer Mann sitzt im Engelshemdchen in einem dieser großen, fahrbaren Stühle, auf dem man die Patienten gemeinhin zu ihren Untersuchungen fährt. Er sitzt drin, weil er mal sitzen soll. Ansonsten ist er ziemlich… nun, verpeilt und das schon seit ungefähr einer Woche. Genau die Zeit, die seit seiner OP vergangen ist. Manchmal ist das so, insbesondere bei älteren Patienten. Sie wachen auf und wissen im schlechtesten Fall noch nicht einmal mehr, wer sie selber sind. Zum Glück erholen sie sich davon im Allgemeinen wieder vollständig. Die Gefäßchirurgen haben sein Bein aufgeschnitten und mit einem Kunststoffrohr die eine Art Überbrückung geschaffen, die die verstopfte Arterie umgeht und seinen Fuß wieder durchblutet sein lässt. Genau diese sind nun auch auf dem Weg zu ihm.

Chirurgen auf Intensivstationen haben die Angewohnheit immer als Meute einzufallen. Unter 6 Personen, die alle auf einmal auf den Patienten hinunter starren, geht gar nichts. Vielleicht haben sie ja Angst vor ihm, wer weiß (man erinnere sich an frühere Postings).

Außerdem haben sie die Angewohnheit, den Patienten mehr oder weniger zu ignorieren, während sie über ihn sprechen. Man erinnere sich… zum äußersten schreiten. Der Chef ist ein hochgewachsener, besonders in Anbetracht seines Alters sehr schlanker Mann mit Schnäuzer, der jedem seiner Assistenten morgens noch die Hand zur Begrüßung gibt. Leider ist er aber auch ziemlich cholerisch, wer wie ich schon einmal die Freude hatte ihm alleine assistieren zu müssen (oder dürfen?), der weiß, wovon ich spreche.

Neben diesen sechs Chirurgen sind da noch zwei PJler und der Arzt von der Intensivstation und sie alle sprechen über den Patienten, als ob er gar nicht da wäre (na gut, die PJler stehen möglichst unsichtbar ganz hinten und versuchen nicht einzuschlafen). Und ganz offensichtlich gefällt ihm das nicht. Nachvollziehbar nicht wahr?

Mit einem gefährlichen Brummeln hört er auf mit seinen Schnabelbechern Türmchen zu bauen und schaut auf. Die zur Faust geballte Hand streckt er dem Chef entgegen.

„Und dir hau ich auch noch voll eins auf die Fresse!“

Manchmal sind Patienten zum Knutschen…

Derselbe Patient ein paar Stunden vorher.

Die Putzfrau ist gerade dabei, um ihn herum den Fußboden zu wischen. Mit blutunterlaufenen Augen starrt er zu ihr hinauf und deutet dann mit dem Finger auf eine Stelle etwa handbreit unter seinem Bauchnabel.

„Und jetzt fang gefälligst an mir auf niedrigem Niveau einen zu blasen.“

…und manchmal eher weniger :roll: .

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