In Gedenken an die dunkle Seite der Macht ein letztliches, nächtliches Telefonat. Gewünscht vom Labor war ein IL-6, ein ganz, ganz früher Marker für bakterielle Infektionen, der noch deutlich (Anstieg nach 2-4h) vor dem gängigen CRP (Anstieg nach 6-12h) ansteigt. Für uns insbesondere in der Neonatologie von Bedeutung, weil für die Frühchen bakterielle Infektionen besonders gefährlich sind und man sie deswegen frühzeitig entdecken will.
Telefon klingelt.
Sophie: “Hier Sophie… Neointensiv.”
Laborfrau: “Hier Laborfrau… wir haben da so ein Problem mit dem Verdünner, drum meld ich mich.”
Sophie: “Verdünner??”
Laborfrau: “Ja, den fürs IL-6. Der ist defekt, also kann ich´s leider nicht bestimmen, weil das Material zu wenig war.”
Zwischendurchkommentar: Ich HASSE das. Ich meine, die Damen/Herren können ja nichts dazu, dass die Maschine so und so viel Blut braucht. Aber so ein Frühchen hat davon nicht so viel und es kann arg mühselig sein so ein paar Tropfen da raus zu quetschen. Und außerdem… muss ich so sagen… hat man manchmal den Eindruck die benötigte Menge ist weniger abhängig vom Computer, sondern variiert von Laborfrau zu Laborfrau. So wie ich das verstanden habe, kann man dann das Blut bei manchen Sachen verdünnen und dann zurückrechnen, aber das geht wohl nur mit dem ominösen Verdünnerteil.
Sophie: “Na gut… nützt ja alles nichts. Dann eben nicht.”
Laborfrau *hilfsbereit*: “Aber wenn sie wollen, können wir´s dann morgen mittag nachbestimmen.”
Ähm nein. 12 Stunden später brauch ich es dann auch nicht mehr.
Oh nein..das ist wirklich ärgerlich, das kann ich gut verstehen. Ich war auch immer froh, wenn ich den kleinen Würmern ein paar Tropfen entlocken konnte. Als Laborfee weiß man eigentlich, dass FrühchenBlut nicht auf Bäumen wächst, aber ich habe auch schon viele gesehen, die damit umgingen, als würde es auf den Straßen verteilt werden…will sie damit eigentlich sagen, dass das Mittel, welches zum Verdünnen genommen wurde defekt ist, oder die Maschine, die das Blut verdünnt? Denn Verdünnen ist ja jetzt auch keine Raketenwissenschaft..
Ich verstand sie so, dass es ein Geräteproblem wäre… dass man irgendwie auch per Hand verdünnen können müsste, hab ich mir auch gedacht, aber ja nu. Ich bin ja keine Laborfee
ich kenne da ein bis zwei kolleginnen die die nette ausrede von das blut war hämolytisch, bis das gerät war kaputt immer dann benutzten wenn ihnen das röhrchen runtergefallen war/sie zu blöd zum gerät bedienen waren – und ich habs immer gehasst. Macht einem doch keiner den Kopf ab wenn man das ehrlich sagt? Also meiner ist immer noch dran. Von hand verdünnen scheitert evt. auch daran daß die die da sitzen das nicht unbedingt auch gelernt haben*hust*. Ich hab eig. Röntgen gelernt aber wenn das KH klein und personal teuer ist dann kriegt man eine Einarbeitungszeit und darf dann eben auch labor. Solange alle gerät funktionieren kein thema, aber wehe wenn nicht..