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Emanzipation, Geburt, Säugling, Vater, Vater werden, Wickeln
…Vater sein dagegen sehr.
Frei nach Wilhelm Busch zitiert, wobei man meiner Erfahrung nach den Vater in der heutigen Zeit auch gut durch die Mutter ersetzen könnte.
Yvi fragt nach der Geburt. Und nach den Vätern.
Ehrlicherweise muss man natürlich sagen, ich bin ja kein Gynäkologe, das heißt mit Fruchtwasser, schreienden Frauen und in Ohnmacht fallenden werdenden Vätern haben wir eher weniger zu tun. Unser Part beginnt in dem Moment, in dem das Kind auf die Welt kommt und die mühsamen Stunden zuvor bekommen wir in der Regel nicht mit. Generell sind wir bei Spontangeburten ohnehin nur in bestimmten, ausgewählten Fällen anwesend… bei Frühgeburten natürlich. Oder wenn´s sonst was besonderes gibt. Eine normale Entbindung erfordert aber in der Regel keine Unterstützung durch einen Kinderarzt und das ist auch gut so. Glücklicherweise kommen die meisten Kinder ja ganz ohne Hilfe auf die Welt. Bei Kaiserschnitten dagegen sind wir immer dabei, aber wir warten im Vorraum zum OP auf das Kind und sehen von beiden Eltern in der Regel wenig.
Ich für mich muss sagen, wenn ich nicht Kinderarzt geworden wäre, dann Gynäkologe. Die ganzen onkologischen (=die Dinge, die mit Krebs zu tun haben) Sachen interessieren mich nicht so sehr, aber die Geburtshilfe….! Ich bin unheimlich gern bei Spontangeburten dabei. Ich würd mir auch jeden Tag eine anschauen, wenn meine eigene Arbeitszeit das zulassen würde. Von den Vätern, die ich bislang dabei beobachten konnte, haben sich die allermeisten wirklich tapfer geschlagen. Kollabieren habe ich noch keinen gesehen. Weinen schon… das finde ich immer sehr rührend und gar nicht unmännlich.
Niedlich ist immer die erste Übergabe des Kindes an den frischgebackenen Vater, insbesondere, wenn es das erste Kind ist. In unserer Gesellschaft haben die wenigsten noch engeren Kontakt mit Säuglingen vor dem eigenen und dementsprechend unbeholfen sind sie dann auch. Ich hatte schon mehr als einen Vater im Sectio-OP, dem ich dann feixend sein in ein Handtuch und damit eigentlich sehr handliche Kind überreicht habe und der es dann mit weit ausgestreckten Armen von sich weg hielt, als habe er eine Zeitbombe in den Händen, die bei der kleinsten Bewegung jederzeit losgehen könnte.
Tut mir leid Männer… aber das ist sooo putzig! Auch ein Baby geht nicht so schnell kaputt, auch wenn es euch im ersten Moment vielleicht so vorkommt… ihr dürft es gern auch richtig anfassen, dann fällt es wenigstens nicht runter, wenn es sich bewegt.
Ansonsten habe ich schon den Eindruck, der Mann von heute ist durchaus sehr interessiert an seinem Kind. Wickeln, Füttern, Kuscheln… dass machen die Väter sowohl bei uns auf der Station als auch oben im Neugeborenenzimmer eigentlich ganz prima. Bei uns sind die Väter genauso versessen aufs Kuscheln wie die Mütter und oft wird zwischen den Eltern genau aufgeführt, wer wann das Kind zum Känguruhen auf der Brust haben durfte und wer heute dran ist. Die Papas brauchen oft nur ein bisschen länger, um sich an alles zu gewöhnen.
Emanzipation gibt´s offensichtlich also nicht nur bei den Frauen
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Wie ist es bei euch? Beteiligen sich eure Männer an der Kinderversorgung? Wickeln, Füttern, Kuscheln sie? Lesen sie abends noch was vor? Oder ihr, liebe Männer, wie war das für euch mit dem ersten Kind? Wolltet ihr euch ganz und gar beteiligen oder habt ihr die unangenehmen Aufgaben doch lieber eurer Frau überlassen?
Ich bin ganz gespannt
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Mein Mann hatte keine Wahl – zum einen, weil er sich unbedingt ein Kind gewünscht hat und dann nicht kneifen sollte und zum anderen, weil mein Kreislauf in den ersten Wochen nicht zugelassen hat, dass ich das Kind zB sicher baden konnte.
), kann immer auch positiv von statten gehen. Gerade beim unbeliebten Wickeln hat man(n) die Chance, sich mit dem Baby zu beschäftigen, ohne dass etwas anderes ablenkt. Kein TV (Ablenkung -> Baby fällt vom Tisch?), kein Anruf (“Ihh, das stinkt!” – “Herr Müller, was soll das?”), kein Papierkram nebenher (wird u.U. nass) und im Idealfall auch keiner, der danebensteht. Ungemein praktisch, liebe Väter, oder?
Als er zu arbeiten angefangen hat, habe ich irgendwann den Papatag eingeführt. D.h., dass er sonntags das meiste machen muss, eben auch morgens um 7 aufstehen und füttern/wickeln. Wie bei kleinen Kindern und Hunden auch hat meine Konsequenz zum Erfolg geführt. Das heißt, er meckert nur noch sehr selten, weil’s normal geworden ist, dass er sich beteiligt.
Gerade wenn Väter den Großteil des Tages nicht daheim sind, finde ich es wichtig, wenn sie sich beteiligen. Ein Kind ist ja nicht nur Arbeit, das Kümmern (und sei die Windel noch so voll
Hach ja, die Männer. Meiner war sowohl bei der Großen als auch bei der Kleinen noch vor mir dran mit längerem Kuscheln und er macht so ziemlich alles für/mit den beiden.
Seine einzigen Schwächen: Vorlesen (macht er aber) und ein größeres Geschäft entsorgen (da haut es ihn um). Dafür schwächel ich bei Sauereien beim Essen und beim Spucken. Die optimale Arbeitsteilung bei Magen-Darm-Grippe *g*.
Bei uns habe ich das von Anfang an klargestellt das er helfen muss. Denn wenn es nach ihm ginge wäre unser Sohn schon 2 Jahre eher geboren.
Die ersten 2 Tage hat er nichts “gemacht”, das Baby nur mal getragen, aber so wahnsinnig vorsichtig das ich vor Rührung immer nah am Weinen war.
Als dann am Tag 4 das erste “Papa-Wickeln” dran war, oh man! Baby pinkelt natürlich los als keine Windel drauf war. Und was macht Papa? Schreit hysterisch nach mir anstatt ne Windel draufzulegen und Baby sauberzumachen. *lach* Danach musste er unter Aufsicht jede Windel wechseln, bis es klappte.
Babys allererstes Bad, am Ende der zweiten Lebenswoche, das hat Papa gemacht. Die Hebamme und ich haben nur zugeguckt.
Und als der Urlaub vorbei war, den er sich extra genommen hatte, bekam er jeden Abend das Baby auf den Arm, zum Kuscheln. Als Baby größer wurde natürlich auch ins Bett bringen, vorsingen, später vorlesen…
Das alles hat natürlich eine Bindung gefördert die andere Väter so wohl nicht haben. Und für mich war es immer sehr beruhigend zu wissen: Egal was ist, die beiden kommen auch allein zurecht.
Die beiden sind auch immer allein zu meinen Schwiegereltern gefahren, das erste mal war Baby grade mal 5 Monate alt. (Herrlich sowas! Nur zu empfehlen!)
Und bis heute ist es festes Ritual das der Papa unseren Sohn ins Bett bringt und ihm was vorliest. Oder das Sohn dem Papa was vorliest, das Baby ist inzwischen 10 Jahre alt.
Mich hat Sohn ja den ganzen Tag, den Papa nur abends und am Wochenende. Die beiden haben viele gemeinsame Interessen entwickelt und ich bin unglaublich stolz darauf das die beiden so ein Team sind.
Der Papa ist auch stolz darauf, besonders wenn er im Verwandtenkreis sieht wie wenig die Väter ihre Kinder kennen…
Bei uns hat der Papa Elternzeit genommen, da ich selbständig bin und weiterarbeiten “musste” (sonst kann man den Laden schließen). Das ging ganz gut, da ich mir sowieso Geburt und Co. “geschenkt” habe
, wir haben ein Adoptivkind. Folglich starteten wir unter den gleichen Voraussetzungen. Jedes Elternteil war in den ersten drei Jahren einen halben Tag ausschließlich für das Kind da, Mama vormittags, Papa nachmittags. Das beinhaltet alles; kuscheln, versorgen, wickeln, füttern… Auch heute, nach der Elternzeit, ist Papa sofort nach dem Öffnen der Haustüre DER Ansprechpartner, Abendbrot und die Zeit danach gehört dem Papa, Wochenende sowieso. Natürlich machen wir auch vieles zusammen, aber auch alleine kommen die beiden prima klar, ich kann also sehr beruhigt auf Geschäftsreisen gehen usw. Mit anderen Worten: hier herrscht Arbeits- und Vergnügensteilung und ich habe den Eindruck, dass das Kind davon profitiert.
Hi, hi, mein Mann war so einer, der beim ersten Kind so geheult hat, dass er kaum die Nabelschnur durchtrennen konnte. Baden war dann auch nicht drin, weil er total fertig war. Aber da ich noch 2 Stunden genäht wurde hat die Hebamme ihm Sohnemannn einfach in die Arme gedrückt und natürlich hat er ihn auch erstmal weit weg gehalten weil man(n) ja was kaputt machen könnte
Inzwischen ist Sohnemann fast 2,5 Jahre alt und Papa ist für’s Spielen, Toben und Quatsch machen zuständig, so dass ich manchmal Angst habe dass er doch noch was kaputt macht. Mama ist immer noch erste Bezugsperson und vieles “darf” Papa einfach nicht. In ca. 1 Monat kommt Sohnemann Nr. 2 auf die Welt und ich bin gespannt wie dann alles abläuft. Ich hab meinem Mann schon gesagt dass das dann “sein Kind” wird – mit nächtlichem Aufstehen, wickeln und allem drum und dran
Ich habs es mir nicht nehmen lassen nach der Geburt aller 3 Kinder so lange im Krankenhaus zu bleiben bis Frau und Kind entlassen wurden. Dank Familienzimmer geht das ja heute.
Und da alle 3 Geburten (leider) Sectios waren konnte ich die Elternzeit (bzw bei Nr. 1 die 3 Wochen Urlaub) dazu nutzen die Kleinen ganz nah erleben zu können. Meine Frau sollte sich ja schonen nach den Sectios.
Es war schon merkwürdig unseren ersten Sohn direkt nach der Geburt für 2 Stunden für mich alleine zu haben (es war eine zügige Sectio unter Vollnarkose notwendig) aber auch irgendwie schön.
Ja, ja, es scheinen wohl die heutigen modernen väter sehr gern zu helfen. sehr fürsorglich und mütterlich erscheinen sie.
meiner gehört nicht dazu.
beim ersten kind, doch, da war alles noch bilderbuchhaft. er hat gewickelt, gebadet, gefüttert und ist spazieren gefahren.
beim zweiten kind war das dann schon vorbei und beim dritten erst recht.
die geburt, tja: laut eigener aussage war ihm leicht mulmig und schwindelig im kreißsaal, es waren alles normale spontangeburten. beim ersten kind weigerte er sich die nabelschnur durchzuschneiden (weil zu eklig :-s), bei den beiden anderen wurde er quasi vom griechischen arzt gezwungen: “nun machen sie schon! seien sie ein mann!!!” auch während der schwangerschaft war er kein typ, der das strampeln des babies fühlen wollte und ständig meinen bauch tätschelte. oder gemeinsam zur geburtsvorbereitung? no go! ich war schon immer neidisch auf andere stolze väter (und auf deren frauen)! aber was soll´s… heute ist die kleinste 18 monate und nein, er liest nicht vor. er badet die drei, wäscht ihnen die haare oder fährt fahrrad mit ihnen. es könnte mehr sein, sicherlich. aber er liebt seine kinder abgöttisch und zeigt es ihnen und das ist die hauptsache, glaube ich.
Ein “mütterlicher Vater” (s.o.) – nein, bin ich wohl nicht …
Eher ein – trotz aller Widernisse im Berufs- und sonstigen Leben – mhm: begeisterter? Vater …
Die Geburten – ein bisschen bebte jedesmal die Erde, wenn wieder ein neuer Mensch auf ihr ankam. Und die erste Berührung mit dem ersten der Drei (während der Schwangerschaft hatte mein limbisches System in strikter Minderheitenhaltung stets Zweifel geäussert: Was habt Ihr Euch denn dabei gedacht?!) – jedenfalls war diese erste Berührung ein Wunder. Fräulein Amygdala war entzückt, der ganze Vater lernte, nein, nicht fliegen, aber vielleicht (eine Zeit lang) schweben …
Kuscheln – ein eigenes Kapitel; später dann auch in einer Form, die die Kinder “Ablöwen” nannten – regelmässig und heftig von ihnen eingefordert.
Vorlesen – mit Begeisterung; beim dritten der Drei zuletzt (mit 12 oder 13) “You must be Joking, Mr. Feynman” (jetzt studiert er Mathematik).
Und die Neugier auf die Welt leben – dann werden die Kinder auch neugierig. Und man kann mit ihnen die Welt neu entdecken.
Stillen, Füttern, Windeln Wechseln usw. – ach, das ist jetzt so lange her. – Unter emanzipatorischen Gesichtspunkten quantitativ wohl eher ungenügend. Aber ich wusste wirklich gut Bescheid. – Immerhin erinnere ich mich noch immer gut, wie Säuglinge sich anfühlen, wie sie duften, an ihre Stimmlage, ihre Mimik – nur nicht mehr daran, wie klein sie anfangs wirklich sind …
So einen Mann habe ich auch und ich finde das richtig schön beschrieben. Dass es immer noch nicht “normal” ist, höre ich immer wieder. Aber jeder Papa mehr, der sich so einbringt, ist ein Gewinn für unsere Kinder.